Der Marathon-Mann

Am Tag der offenen Tür am Europagymnasium führte ich im Rahmen des Rolli-Projektes ein Interview mit Rollstuhlsportler Mathias Sinang. Den Schülern hat dieses Projekt viel Spaß gemacht und für alle war es interessant, einmal einen Einblick in das Leben von Nicht-Fußgängern zu bekommen.

Jasmin: Herr Sinang, warum sind sie auf den Rollstuhl angewiesen?

Mathias Sinang: 1992 führte eine plötzliche Tumor-Erkrankung im Rückenmark dazu, dass ich nicht mehr laufen konnte. Ich war damals gerade 30 Jahre alt, und quasi über Nacht brach mein gesamtes Leben in sich zusammen. Das hat mich natürlich total heruntergezogen.

Jasmin: Jedoch traten sie wenige Jahre später schon beim Marathon in Berlin im Rollstuhl an, was war inzwischen passiert?

Mathias Sinang: Natürlich wollte ich mich nicht für alle Zeiten aufgeben. Meine Familie, meine Freunde und der eigene Lebenswille haben mir dabei geholfen, den Absprung zu finden. Als Kraftfahrer und Monteur hatte ich kaum Zeit für Sport. Nach meinem Schicksalsschlag habe ich dann im Rehabilitationstraining meine Begeisterung für sportliche Aktivitäten neu entdeckt und dann 1993 ernsthaft angefangen zu trainieren. Meine gesamte Lebenseinstellung verändert sich total. Ich habe mich nicht mehr damit beschäftigt, was ich nicht mehr kann. Stattdessen habe ich mich gefragt: Was kann ich noch machen?

Jasmin: Und das stellte sich als ziemlich viel heraus sie waren Bunge- und Fallschirmspringen und haben an unzähligen Marathonwettkämpfen teilgenommen. Welche Erinnerungen sind ihnen davon besonders wichtig?

Mathias Sinang: Bunge- und Fallschirmspringen, das waren auf jeden Fall schon ganz einmalige Erlebnisse. Von den Marathons war der in Berlin, mein erster, besonders toll. Auch Sidney in Australien hat mir besonders gut gefallen, da wurde jeder Teilnehmer einzeln genannt und das unter Beifall von Tausenden. Italien und Schweiz waren auch immer toll.

Jasmin